Anfallskalender: Anfälle einfach dokumentieren – auf Papier oder als App
Ob als Vorlage zum Ausdrucken oder als App auf dem Handy: Ein gut geführter Anfallskalender zeigt Ihnen und Ihrem Behandlungsteam, wie sich Ihre Epilepsie wirklich entwickelt.
Warum Ihr Behandlungsteam einen Anfallskalender sehen möchte
Ein Anfallskalender – oft auch Anfallstagebuch genannt – ist eine fortlaufende Übersicht über alle Anfälle: wann sie auftreten, wie lange sie dauern und was ihnen vorausging. Neurologinnen und Neurologen fragen bei fast jedem Termin danach, denn zwischen zwei Terminen liegen oft Monate – und die Erinnerung ist gerade bei Anfällen unzuverlässig, weil viele Betroffene sie gar nicht oder nur teilweise bewusst miterleben.
Erst eine lückenlose Dokumentation macht sichtbar, ob ein Medikament wirkt, ob sich Anfälle häufen und ob es Muster gibt – etwa nach kurzen Nächten oder in bestimmten Situationen. Auf dieser Grundlage kann die Behandlung gemeinsam angepasst werden. Ändern Sie Ihre Medikamente aber nie eigenmächtig: Besprechen Sie Auffälligkeiten im Anfallskalender immer zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was gehört in den Anfallskalender?
Weniger ist mehr: Ein kurzer, aber vollständiger Eintrag direkt nach dem Anfall ist wertvoller als ein ausführlicher, der nie geschrieben wird. Diese Angaben haben sich bewährt:
- Datum und Uhrzeit — Wann trat der Anfall auf? Auch die Tageszeit kann ein Muster zeigen, etwa Anfälle aus dem Schlaf heraus.
- Dauer — Wie lange dauerte der Anfall? Schätzen ist erlaubt – Angehörige können beim Mitstoppen helfen.
- Anfallsart — Wie äußerte sich der Anfall – Versteifung, Zuckungen, kurze Abwesenheit? Notieren Sie, was Sie selbst oder Zeugen beobachtet haben.
- Aura und Vorboten — Gab es Vorzeichen, zum Beispiel ein aufsteigendes Gefühl, ungewöhnliche Wahrnehmungen oder innere Unruhe?
- Mögliche Auslöser — Schlafmangel, Stress, Alkohol, flackerndes Licht, vergessene Einnahme – was war in den Stunden davor anders als sonst?
- Medikamente — Welche Medikamente haben Sie eingenommen? Gab es vergessene Dosen oder neue Nebenwirkungen?
- Notizen — Alles, was sonst wichtig erscheint: Erholungszeit, Verletzungen, besondere Umstände.
Anfallskalender zum Ausdrucken: kostenlose Vorlage
Sie dokumentieren lieber auf Papier? Dann laden Sie unsere kostenlose Vorlage herunter, drucken Sie sie aus und legen Sie sie dort ab, wo Sie sie schnell zur Hand haben. Tragen Sie nach jedem Anfall eine Zeile ein – Stichpunkte genügen – und nehmen Sie die ausgefüllten Blätter zum nächsten Termin mit.
Vorlage als PDF
Anfallskalender zum Ausdrucken im A4-Format: eine Zeile pro Anfall, mit Spalten für Datum, Dauer, Anfallsart, Auslöser und Medikamente.
PDF herunterladenListe als Excel
Dieselbe Struktur als Tabelle für den Computer – praktisch, wenn Sie Ihre Einträge lieber tippen und selbst auswerten möchten.
Excel herunterladenEpilepsy Mate: der Anfallskalender in der Hosentasche
Papier hat einen Nachteil: Es liegt selten dort, wo der Anfall passiert. Mit der Epilepsy Mate App halten Sie einen Anfall in wenigen Sekunden fest – direkt auf dem Handy oder der Smartwatch, ohne auf den Abend oder das Wochenende zu warten.
- Schnelle Erfassung: Anfallsart, Dauer, Aura und Auslöser sind in Sekunden dokumentiert.
- Medikamenten-Erinnerungen: Alarme zur Einnahme, die auch den Lautlos-Modus durchdringen – vergessene Dosen werden festgehalten.
- Diagramme und Muster: Häufigkeit, Tageszeiten und mögliche Auslöser auf einen Blick.
- PDF-Bericht für den Arzttermin: Ihr Anfallskalender als übersichtlicher Report zum Teilen mit dem Behandlungsteam.
- Smartwatch-Schnelleingabe: Anfälle direkt auf der Apple Watch oder einer Wear-OS-Uhr festhalten.
Wichtig: Epilepsy Mate ist ein Dokumentations-Werkzeug. Die App erkennt Anfälle nicht automatisch, sagt sie nicht voraus und setzt keine Notrufe ab – jeden Eintrag machen Sie selbst.
Zum Weiterlesen: Ein Anfallstagebuch führen: Warum es hilft und wie Sie anfangen
Häufige Fragen zum Anfallskalender
Was ist der Unterschied zwischen Anfallskalender und Anfallstagebuch?
Beide Begriffe meinen dasselbe: eine fortlaufende Dokumentation der Anfälle. „Anfallskalender“ betont die Monatsübersicht auf Papier, „Anfallstagebuch“ den einzelnen, ausführlicheren Eintrag. Für den Arzttermin zählt nur, dass die Aufzeichnung vollständig und aktuell ist – nicht, wie sie heißt.
Wie dokumentiere ich Anfälle, die ich selbst nicht bemerke?
Viele Anfälle laufen ohne oder mit getrübtem Bewusstsein ab. Bitten Sie Angehörige, ihre Beobachtungen kurz zu notieren – Dauer, Verhalten, Erholungszeit. Tragen Sie selbst ein, was Sie im Nachhinein bemerken, etwa Muskelkater oder eine Erinnerungslücke, gern mit dem Vermerk „unsicher“.
Kann die Epilepsy Mate App Anfälle erkennen oder vorhersagen?
Nein. Epilepsy Mate ist ein digitaler Anfallskalender: Die App erkennt keine Anfälle, sagt keine voraus und sendet keine automatischen Notrufe. Sie hilft Ihnen, Anfälle, Auslöser und Medikamente selbst zu dokumentieren und für den Arzttermin auszuwerten.
Ist die Vorlage zum Ausdrucken wirklich kostenlos?
Ja. PDF- und Excel-Vorlage können Sie ohne Registrierung herunterladen, ausdrucken und beliebig oft verwenden. Die Epilepsy Mate App können Sie zusätzlich 7 Tage lang kostenlos testen.
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Epilepsy Mate laden und 7 Tage lang alle Funktionen kostenlos testen.
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